A Change Is Gonna Come

Liebe Mitglieder, liebe Freund*innen von TGNS

Seit 2010, seit der Gründung von TGNS, habe ich im Vorstand mitgearbeitet. Erst als Vorstandsmitglied, ab September 2012 wurde ich als Nachfolger von Alecs Recher Co-Präsident bzw. Präsident von TGNS. Jetzt ist es für mich an der Zeit, einen Schritt zurückzutreten und ich möchte mich aus dem Vorstand verabschieden.

Man sagt ja immer, man soll gehen, wenn es am schönsten ist. Und tatsächlich steht TGNS nun an einem Wendepunkt, der unseren Verein auf eine neue Stufe hebt und der es mir ermöglicht, das Präsidium, meine Erfahrungen und mein Wissen an die Nächsten weiterzugeben – und ich freue mich sehr, dass mit Stefanie Hetjens das Co-Präsidium in den allerbesten Händen ist!

Was ist in diesen Jahren alles passiert?

Mit nur 35 Mitgliedern wurde unser Verein gegründet, nun haben wir um die 500 Mitglieder. Am Anfang stand viel Organisatorisches und vor allem die Community-Arbeit im Vordergrund. So war es wichtig, sehr bald auch eine Angehörigengruppe und eine Jugendgruppe zu gründen, eine informative Website aufzubauen und den Medien mit unserem Sprachguide ein positives Beispiel in die Hand zu geben.

Ein kurzer Abriss:

– Es wurden zwei Fachstellen in Zürich und Lausanne eingerichtet, die trans Menschen vom Anfang ihres Weges an beraten.

– Bald nach der Gründung begann die Rechtsberatung ihre unermüdliche und für die Community so essentielle Arbeit. 2014 wurde sie dafür mit dem Gleichstellungspreis der Stadt Zürich gewürdigt (das war grossartig!)

– Wir haben 2012 eine wissenschaftliche Fachtagung zusammen mit dem Schweizerischen Kompetenzzentrum für Menschenrechte organisiert.

– Seit 2013 gibt es die jährliche Transtagung, dieses Jahr schon zum sechsten Mal. Und zum zweiten Mal eine Tagung in der Romandie.

– Wir sind in der Schweizer LGBT-Community vernetzt und werden von Behörden und Institutionen als starke, zuverlässige Organisation wahrgenommen.

– 2015 gab es zum fünfjährigen Geburtstag ein besonders Geschenk: Eine von Mitgliedern und zugewandten Personen finanziert Geschäftsstelle (20%) – eine enorme Entlastung für den Vorstand!

– Wir haben 2016 unsere lange erwartete Grundlagenbroschüre herausgebracht, die auch auf Französisch und Italienisch vorliegt.

– Wir haben uns auf internationaler Ebene mit Berichten über die Lage der trans Menschen in der Schweiz beteiligt oder haben Entscheidungsträger beraten.

– Wir haben aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit von trans Menschen das Projekt Trans-Fair (heute: trans welcome) gestartet, das die Situation von trans Menschen in der Arbeitswelt entscheidend verbessern soll.

Wo stehen wir heute?

– Wir haben mittlerweile zwei Angestellte für die Geschäftsführung und Rechtsberatung.

– Wir bilden eine zukunftsgewandte Bürogemeinschaft mit Pink Cross und LOS, die künftig eine noch engere Zusammen- und Lobbyarbeit erlauben wird.

– Wir mischen uns auf politischer, gesellschaftlicher und medialer Ebene immer stärker ein, um das Bewusstsein und die Akzeptanz für trans Menschen zu stärken.

– Das Thema trans Kinder ist einer der grossen Schwerpunkte der nächsten Jahre.

…und persönlich?

Mit der Übernahme des (Co-)Präsidiums wurde ich 2012 in eine neue, unbekannte Sphäre katapultiert. Ich wurde auf eine völlig neue Weise gefordert – und ich bin daran gewachsen. Nicht nur der zeitliche Einsatz wurde in diesen Jahren immer grösser, auch mein Wissen und Verständnis hat enorm zugenommen. Aus einer privilegierten Position heraus, mit einem Umfeld, das mich getragen hat, wollte ich all jenen etwas geben, die es weniger einfach haben. Dabei hatte ich die Möglichkeit, mich mit so vielen Menschen zu verbinden, denen ich sonst nie begegnet wäre. Das ist vielleicht die schönste Erfahrung, die mir dieses Amt geben konnte.

Ich danke daher vor allem jenen, die mich in meiner Zeit im Vorstand und seinem Umkreis begleitet haben. Ein herzlicher Dank gebührt aber auch den Kolleg*innen vieler LGBT*-Organisationen und anderer Institutionen, die uns gerade am Anfang wohlwollend viele Türen öffneten.

Ich werde jedoch nicht völlig von der Bildfläche verschwinden. Die vielen Kontakte möchte ich weiterhin nutzen, um als «Botschafter» für TGNS auf dem politischen und anderem Parkett unterwegs zu sein. Aber vor allem möchte ich jetzt wieder mehr Zeit haben für all jene Menschen und Tätigkeiten, die in den letzten Jahren zurückstehen mussten. Darauf freue ich mich besonders.

Mit den Worten von Sam Cooke sage ich: A Change is gonna come…

Euer Henry Hohmann

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