Sternstunde Religion: Antwort des SRF und der Ombudsstelle

Am 21. Januar hat SRF eine Themenreihe zu Trans mit einer «Sternstunde Religion» eröffnet. Leider waren in der Sendung zwei Personen geladen, die überhaupt keine Erfahrung mit der Thematik hatten und dementsprechend hagelte es falsche Informationen und herabwürdigende Aussagen. TGNS hat daher einen Beschwerdebrief an die Ombudsstelle des SRF geschickt.

Am 4. März hat die Ombudsstelle der SRG auf unseren Beschwerdebrief geantwortet. Wir freuen uns über die umfangreiche Stellungnahme, die in mehreren Punkten Versäumnisse, Ungenauigkeiten und auch Fehler in der Moderation zugibt.

Die Redaktion der Sternstunde Religion hat sich ausführlich mit unserer Beschwerde auseinandergesetzt und gibt uns in vielen Punkten recht: Gewisse Aussagen von Wilf Gasser, mit denen er trans Menschen pathologisiert, oder die Erwähnung reparativer Therapien, entsprechen nicht dem aktuellen Forschungsstand und werden als unethisch bezeichnet. Auch wenn betont wird, dass auch kritische Stimmen in einer Diskussion zu Wort kommen müssen, schliesst Redaktionsleiterin Judith Hardegger mit folgender Bemerkung:

«Dennoch will ich nichts schönreden – die beanstandete Sendung war in einigen genannten Punkte nicht gelungen. Dass damit betroffene trans Menschen auch persönlich verletzt wurden, bedaure ich sehr und dafür entschuldige ich mich in aller Form.»

Auf der Korrekturenseite des SRF findet sich unter dem Datum 21.1.2018 folgende Berichtigung der Redaktion:
«…Der Arzt und Psychiater Wilf Gasser erklärt in derselben Sendung, dass er ein Problem damit habe, wenn bei Transmenschen «das Geschlecht körperlich vermurkst» werde. Damit meint Gasser weitreichende geschlechtsangleichende Operationen. Diese Wortwahl von Wilf Gasser ist herabwürdigend und diskriminierend und verletzt die Menschenwürde insbesondere von Transmenschen. Wir distanzieren uns in aller Form davon und entschuldigen uns dafür.»

Ombudsmann Roger Blum erkennt in seiner Bewertung an, dass die Redaktion bereits eine Richtigstellung online publiziert hat, in der sachliche Fehler korrigiert wurden. Doch er sagt auch: «Transmenschen haben Anspruch auf Respekt, genauso wie die Menschen mit anderen Geschlechtsidentitäten auch. [Das Publikum bekam] aber von Seiten von Wilf Gasser mehrfach den Eindruck serviert [..], Menschen bildeten sich bloss ein, mit einer anderen Geschlechtsidentität glücklicher zu sein. Und das war gegenüber den Transmenschen verletzend, sie wurden dadurch diskriminiert. Ich kann daher den Vorwurf der Diskriminierung unterstützen.» Das Fazit des Ombudsmanns ist dann auch: «Ich kann Ihre Beanstandung teilweise (in Bezug auf die Diskriminierung) unterstützen

Wir sind nicht mit allen Punkten des Schlussberichts einverstanden, akzeptieren die Antwort aber soweit und hoffen, dass bei der künftigen Auswahl der Gäste auch die fachliche Expertise eine grössere Rolle spielen möge.

Ein kurzer Bericht des SRF zu unserer und einer weiteren Beschwerde findet sich hier

PDF des Berichts der Ombudsstelle

Link zum Schlussbericht der Ombudsstelle

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