Sexuelle Gesundheit

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Sexualität

Trans Personen können alle sexuellen Orientierungen haben.

Es gibt trans Menschen, die sich selbst als lesbisch, schwul, bisexuell, heterosexuell etc. definieren. Einige definieren ihre sexuelle Orientierung weniger „klassisch“, während andere sie überhaupt nicht bestimmen. Die Präferenzen der Sexualpraktiken sind ebenfalls für jeden Menschen spezifisch.

Dass beim Sex nur Dinge passieren sollen, die alle Beteiligten wollen, ist selbstverständlich. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen, dass man irgendetwas nicht möchte oder nicht kann. Und auf keinen Fall solltest du auf Safer Sex verzichten, weil deine Partner_in dich dazu drängt. Du bestimmst, welchen Sex du hast!

Im Laufe der Transition kann sich die Sexualität verändern. Trans Menschen, die Testosteron bekommen, haben wahrscheinlich mehr Lust als früher, die unter Östrogen und/oder Testoblockern eher weniger. Es kann auch sein, dass sich die Schnelligkeit und Intensität beim Kommen verändert. Körperliche Veränderungen, durch Hormone oder Operationen, wirken sich ebenfalls auf die sexuellen Empfindungen aus und auf die Praktiken, die einen besonders anmachen. Die Aneignung einer neuen sozialen und intimen Identität kann auch eine wichtige Rolle bei der persönlichen Gestaltung der Attraktivität, des Begehrens und der sexuellen Praktiken spielen.

Manche trans Menschen fühlen sich nach der Transition von anderen Personen angezogen als vorher. Alles ist möglich: Eine trans Person, die sich vor der Transition ausschliesslich von Frauen oder Männern angezogen fühlte, kann den Wunsch verspüren, dass sich andere Geschlechter angezogen fühlen.

Safer-Sex Regeln

Heutzutage ist es möglich, sich auch mit Hilfe von PrEP vor HIV zu schützen. Checkpoint-Zentren stehen dir zur Verfügung, um dich über dieses Thema und die Ansteckungsmöglichkeiten zu informieren.

Hinweis zu den verwendeten Begriffen

Es ist leider nicht möglich, Begriffe für die Körper von trans Menschen zu finden, die der Vielfalt von Trans-Körpern und -identitäten gerecht werden und die alle trans Menschen für sich zutreffend finden. Die verwendeten Begriffe sind elementare, allgemeinverständliche Bezeichnungen für Körperteile und sind losgelöst von Identitäten zu verstehen. Dass diese Begriffe hier verwendet werden, heisst nicht, dass alle trans Menschen diese Begriffe für sich akzeptieren.

In Bezug auf das Übertragungsrisiko von HIV oder einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit (STI) müssen bei trans Menschen einige Dinge beachtet werden, insbesondere wenn sie in Hormonbehandlung sind und/oder sich geschlechtsangleichenden Operationen unterzogen haben. Die individuelle Situation muss bei der Beurteilung des Risikos immer berücksichtigt werden.

Eine Hormonbehandlung und/oder eine erfolgte geschlechtsangleichende Operation schliessen für trans Menschen das Risiko nicht aus, HIV oder andere STI zu übertragen oder sich damit zu infizieren.

Penetrativer (eindringender) Verkehr

Für trans Personen, die bei Geburt männliche Genitalien aufgewiesen haben und aktuell eine Hormontherapie durchführen, bedeutet ein flüssigeres und durchsichtigeres Sperma nicht, dass sie nicht HIV oder andere STI übertragen können oder nicht mehr zeugungsfähig sind. Benutze daher beim Geschlechtsverkehr ein Kondom. Durch Hormone und Testosteron-Blocker lässt die Libido oft nach. Bei natürlichen Genitalien kann die Erektionsfähigkeit, die das Eindringen in eine Partner_in ermöglicht, sich als schwierig erweisen. In diesem Fall kannst du einen Cockring zu Hilfe nehmen.

Wenn du eine Neovagina hast: Verlange beim Geschlechtsverkehr von deiner Partner_in, dass ein Kondom benutzt wird oder benutze selbst ein Femidom© (innerlich anwendbares Kondom). Spare ausserdem nicht an Gleitmittel, denn die Haut einer Neovagina kann Mikroläsionen aufweisen – zum Beispiel durch Benutzung eines Dilatators -, die potenzielle Eintrittspunkte für HIV und andere STIs sind.

Bei trans Menschen, die bei der Geburt weibliche Genitalien aufgewiesen haben und aktuell eine Hormontherapie durchführen, neigt Testosteron dazu, die Vaginalschleimhaut auszutrocknen. Dies kann zu Schmerzen und/oder Läsionen führen, die bei rezeptiven Penetrationen potenzielle Eintrittspunkte für HIV und andere STIs sind. Für alle Penetrationen (vaginal oder anal) bitte deine Partner_in, ein externes Kondom zu verwenden oder du selbst verwendest ein internes Kondom (Femidom©).  Zögere nicht, viel Gleitmittel zu verwenden!

Für trans Menschen mit einem Neopenis (Phalloplastik oder Metaidoioplastik) gibt es zurzeit keine zuverlässigen Daten über das HIV/STI-Infektionsrisiko bei Penetration oder Fellatio. Vorsichtshalber solltest du ein Kondom benutzen. Wenn du eine Phalloplastik ohne Erektionspumpe hast und in eine Partner_in eindringen möchtest, kannst du eine hohle Penisprothese benutzen. Falls du eine Erektionspumpe hast, kann die Erektion mithilfe eines Cockrings verstärkt werden. Im Falle einer Metaidoioplastik kannst du einen Fingerling verwenden, wenn ein herkömmliches Kondom nicht passt. Die Wirksamkeit dieser Schutzmethoden ist jedoch nicht bekannt, weshalb bei nicht exklusiven Beziehungen regelmäßige HIV/STI-Checks durchgeführt werden sollten. 

In all diesen Situationen sowie im Falle eines Kondomrisses oder Nichtbenutzung ist es wichtig, so schnell wie möglich bei einem spezialisierten Zentrum, z.B. einem Checkpoint, zu fragen, ob es notwendig ist, eine Prophylaxe für HIV nach der Exposition durchzuführen.

Wenn du aus verschiedenen Gründen kein Kondom verwenden möchtest, kannst du dich an einen Checkpoint wenden, um die Indikation für PrEP (Pre-Exposure Prophylaxe für HIV) zu erhalten.

Cunnilingus, Fellatio und Anulingus

Das Empfangen oder Cunnilingus ist eine sichere Praxis in Bezug auf HIV-Übertragung. Es können jedoch andere STIs übertragen werden. Die Risiken für eine Neovagina sind im Vergleich zu einer natürlichen Vagina kaum bekannt. Als Vorsichtsmaßnahme ist es sicherer, sich mit einem Dentaldamm, einem Quadrat aus Latex oder Lebensmittelfilm (nicht porös) zu schützen, besonders wenn die Neovagina mit einer Schleimhaut gebildet wurde (Vaginoplastik aus dem Dickdarm).

Bei Fellatio und Anilingus bestehen dieselben Risiken wie für cis Menschen.

Zusätzlich wird empfohlen, sich gegen Hepatitis A und B impfen zu lassen.

Schere

Die «Scherenstellung» (Vulva gegen Vulva) ist mit einem geringen HIV-Übertragungsrisiko verbunden, wenn sie nicht während der Menstruationsphase praktiziert wird. Allerdings besteht ein Risiko, eine andere STI zu übertragen oder sich damit zu infizieren – insbesondere HPV (humanes Papillomavirus). Erwäge dich impfen zu lassen. Wenn du unter 27 Jahre alt bist, ist der Impfstoff kostenlos.

Fingerspiele

Bei analen oder vaginalen Fingerspielen besteht kein Risiko einer HIV-Übertragung. Es können aber anderen STIs durch Sekrete, Blut oder Produkte (z. B. Gleitmittel) übertragen werden. Für Sexspielzeug wird empfohlen, keine Utensilien anderer Personen zu verwenden, aber wenn du sie mit anderen teilen willst, ist es am besten, das Sexspielzeug mit einem Kondom zu überziehen, das bei jedem Öffnungswechsel und Partnerwechsel ausgetauscht wird, gut mit Desinfektionsmittel (auf Chlorhexidinbasis) gereinigt oder durch Kochen desinfiziert wird (wenn es das Material erlaubt). Dieser letzte Schritt sollte nach dem Geschlechtsverkehr (auch wenn ein Kondom als Schutz verwendet wurde) für eine spätere Verwendung sowieso durchgeführt werden.

mehr Informationen über die Pflege von Sexspielzeug

Harte Praktiken

Harte Praktiken, insbesondere Fisting, werden bei einer Neovagina nicht empfohlen, da die Gefahr eines Prolapses besteht (die Vagina kommt mit der Hand heraus…). Es wird daher empfohlen, sehr vorsichtig zu sein (Neovaginas sind weniger elastisch als eine cis-Vagina), besonders wenn die Operation erst kürzlich durchgeführt wurde.

Trage beim Fisten immer einen Handschuh und versichere dich, dass die Person, die dich anal oder vaginal fistet, ebenfalls einen Handschuh benutzt und diesen auch nur für eine Person verwendet.

Für andere harte Praktiken gibt es keinen Unterschied zu cis Menschen.

Fortpflanzung und Verhütung

Andere Verhütungsmethoden als das Kondom schützen nicht vor einer HIV/STI-Übertragung oder -Infektion.

Neben den konventionellen Verhütungsmitteln (Kondome, Spirale, Antibabypille usw.) kann eine langfristige Hormontherapie eine Fortpflanzung verhindern. Nach Beginn der Hormoneinnahme braucht es allerdings je nach persönlicher Konstellation und Art der Hormontherapie (Produkt, Dosis, usw.) eine bestimmte Zeit, bis die Fortpflanzungsfähigkeit theoretisch bei null liegt. Sprich darüber mit deiner Ärzt_in, Endokrinolog_in oder Gynäkolog_in.  

Die Einnahme von Testosteron bedeutet nicht, dass es nicht möglich ist, schwanger zu werden, wenn du deine Gebärmutter und Eierstöcke behalten hast. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, besonders wenn du keine Regel mehr hast, aber sie ist nicht null. Sprich mit deiner Gynäkolog_in, um sicherzustellen, dass du eine wirksame und angemessene Verhütung betreibst, wenn du nicht schwanger werden willst.

Notfallverhütung

Trans Männer ohne Ovariektomie oder Hysterektomie, die ungeschütztem oder schlecht geschütztem Vaginalverkehr (mit oder ohne Ejakulation) ausgesetzt waren und der Gefahr einer unerwünschten Schwangerschaft ausgesetzt sind, können eine Notfall-Verhütung durchführen.

Was ist eine Notfallverhütung?

Es handelt sich dabei um Tabletten – auch als «Pille danach» bezeichnet –, die das Risiko einer Schwangerschaft nach ungeschütztem Vaginalverkehr stark reduzieren.

Wann muss die Pille eingenommen werden?

Spätestens 120 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Je früher die Einnahme erfolgt, desto grösser ist die Wirkung.

Wo ist die Pille erhältlich?

  • Bei den Zentren für Familienplanung und sexuelle Gesundheit
  • Rezeptfrei in der Apotheke (25 bis 40 Franken)
  • Auf den Notfallstationen der Spitäler

Die Notfallverhütung schützt weder vor HIV noch vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Informiere dich beim Checkpoint (oder Notfallzentren in Krankenhäusern an Wochenenden) über die Möglichkeiten einer PEP, einer Impfung gegen Hepatitis A und B und einer STI-Testung.

Gynäkologie

Für trans Menschen mit natürlicher Vagina oder einer Neovagina wird eine regelmässige gynäkologische Untersuchung (jährlich oder alle zwei Jahre) empfohlen, auch wenn diese nicht sehr angenehm ist. Die Vorsorgeuntersuchung dient dazu, mögliche STI und andere Infektionen sowie Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen.

Trans Personen mit einem Gebärmutterhals (einschließlich diejenigen, die eine Hysterektomie durchgeführt haben, ohne den Gebärmutterhals zu entfernen) sollten einen regelmäßigen Pap-Test durchführen lassen. Auch nach einer vollständigen Hysterektomie werden regelmäßige gynäkologische Untersuchungen (ohne Pap-Test) empfohlen. Wenn du Testosteron einnimmst und dich keiner Ovarektomie (Entfernung der Eierstöcke) oder Hysterektomie unterzogen hast, wird zusätzlich empfohlen, die Grösse der Gebärmutter und der Eierstöcke zu kontrollieren. Die Hormone können manchmal die Entstehung von Zysten auf den Eierstöcken begünstigen. In gewissen Fällen kann Testosteron eine Atrophie der Eierstöcke bewirken. Wenn du die Fortpflanzungsfähigkeit bewahren möchtest, denke daran, die Grösse der Eierstöcke regelmässig untersuchen zu lassen.

Beachte, dass der Pap-Test (zytologischer Abstrich am Gebärmutterhals) bei Menschen mit einer Neovagina nicht notwendig ist, da es sich um einen Kanal ohne Gebärmutterhals handelt. Ein Abstrich ist in der Neovagina erst nach der Untersuchung bei Symptomen (Ausfluss, Blutung, Schmerzen) gerechtfertigt. Andererseits sollte die Kontrolle eine Untersuchung der Prostata beinhalten, die während der geschlechtsangleichenden Operation erhalten bleibt.

Die Impfung gegen HPV ist für alle trans Personen geeignet. Für alle Personen bis zum Alter von 26 ist die Impfung kostenlos und ohne Versicherungsselbstbehalt. Du kannst deine Ärzt_in oder ein sexuelles Gesundheitszentrum um Informationen bitten.

Für trans Menschen, die ihre natürlichen Brüste behalten oder nach einer Hormonbehandlung neue entwickelt haben, ist es ratsam eine regelmässige gynäkologische Untersuchung durchführen zu lassen, um die Brüste/Torso durch Abtasten zu untersuchen – auch wenn es unangenehm ist – und die Anzeichen eines Tumors früh zu erkennen. Die Brustüberwachung durch Mammographie kann nach den gleichen Empfehlungen wie bei cis Frauen durchgeführt werden.

Auf Anfrage können die trans Berater_innen des Checkpoint Zürich und des Checkpoint Waadt Adressen von trans-freundlichen Gynäkolog_innen liefern.

Urologie und Andrologie

Das Risiko von Prostatakrebs wird reduziert, aber nicht durch die Einnahme von Östrogen beseitigt.  Eine regelmäßige andrologische Untersuchung wird für trans Personen empfohlen, die bei der Geburt als männlich mit Risikofaktoren (z. B. Familie) eingestuft werden. Für Menschen mit natürlichen Genitalien (ohne bilaterale Orchidektomie) wird eine Selbstuntersuchung der Hoden mit den Fingern empfohlen, um Grösse und mögliche Schmerzen festzustellen. Falls Schmerzen auftreten sollte unbedingt eine Ärzt_in aufgesucht werden, um einen mögliche Krebserkrankung auszuschließen.

Es gibt derzeit keine wissenschaftlichen Untersuchungen zu speziellen Gesundheitsrisiken in Bezug auf den Neopenis (Phalloplastik oder Metaidoioplastik). Eine regelmässige Vorsorgeuntersuchung des Neopenis und eventueller Implantate (Hoden, Erektionsprothese) wird vorsichtshalber empfohlen.

Injektionen von Stoffen

Personen, die sich selbst injizieren, unabhängig davon, ob es sich um psychoaktive Mittel (Kokain, Heroin, etc.), Hormone und/oder Silikon handelt, sollten keine Injektionsmaterialien (Nadeln, Spritzen, Baumwolle) teilen, um die Übertragung von HIV und Hepatitis C zu vermeiden. Alle Materialien müssen neu und steril sein und können nur einmalig gebraucht werden! Auch mit sterilen Materialien ist jede Injektion von Silikon in den Körper, insbesondere nicht-medizinischer Art, gefährlich (Langzeitrisiko von Entzündungen, Nekrosen, Granulomen und Migration).

Was ich will und was ich nicht will

Deine Wünsche und Abneigungen bezüglich Sexualität und Sexualpraktiken kennst nur du, und nur du kannst sie mitteilen. Dein Körper, deine Privatsphäre und Gesundheit sind dein persönliches Gut und du entscheidest, wie du damit umgehen willst.

Dein Körper und deine Privatsphäre

Wenn du trans bist und es anderen Menschen, wie z.B. potenziellen Sexualpartnern, erzählst, kann es sein, dass dir aufdringliche Fragen, wie „Was hast du denn zwischen den Beinen?“ gestellt werden oder dass dir Ablehnung aufgrund deiner Trans-Identität entgegen gebracht wird.

Deine Privatsphäre gehört dir und du bestimmst, was du von dir, deinem Körper und/oder deiner Identität preisgeben möchtest. Ebenso wenig besteht die Verpflichtung zu sagen, dass du trans bist oder im Gegenteil deine Identität um jeden Preis zu verbergen. Wenn du ausgehst, um Sex zu haben, dann versuche dir im Voraus klarzumachen, was du über dich sagen willst und was nicht – auch wenn solche Dinge manchmal nur schwer voraussehbar sind!

Deine Gesundheit

«Ich gebe mich bereits damit ab, mit einer trans Person zu schlafen.» Es kann vorkommen, dass mögliche Sexualpartner_innen von dir Dinge verlangen, die du nicht tun möchtest, wie z.B. kein Kondom zu benutzen. Lass dich nicht überreden: Es ist keine gute Sache, wenn eine Person bereit ist, deine und die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen! Eine Person kann HIV oder andere STI haben, ohne dass man ihr das anmerkt und sogar ohne, dass sie es selbst weiss.

Wenn du im Ausgang Sex haben willst, dann nimm Kondome und Gleitmittel mit und versuche eine klare Vorstellung davon zu haben, welche Sexualpraktiken für dich in Frage kommen und welche nicht.

Vergiss nicht die Wichtigkeit von Screenings. Sie ermöglichen dir, dich gut um deine Gesundheit und deiner Partner_in zu kümmern und Infektionen zu behandeln, wenn sie schnell auffallen. So könne die Folgen vermieden werden, die manchmal schwerwiegend sein können. Zögere nicht, dich von spezialisierten Zentren beraten zu lassen.

Trans und HIV+

Eine HIV-Infektion und eine antiretrovirale Therapie können vielfältige physische Auswirkungen haben.

Für HIV-positive trans Menschen sind einige Aspekte zu beachten, wenn beispielsweise eine antiretrovirale Therapie bei gleichzeitiger Hormoneinnahme durchgeführt wird.

Eine Person, die in einer antiretroviralen Therapie mit regelmäßiger Nachsorge und nicht nachweisbarer Virämie mit HIV infiziert ist, überträgt HIV nicht. Es ist daher nicht notwendig, ein Kondom oder PrEP in einer ausschließlich stabilen Beziehung zu verwenden. Bei nicht exklusiven Beziehungen sollten Kondome (und/oder PrEP für eine negative HIV-positive Person) in Betracht gezogen werden, um das Risiko einer weiteren sexuell übertragbaren Infektion zu verringern.

Hormontherapie und chirurgische Massnahmen

HIV-positiv zu sein bedeutet nicht, dass du keine Hormonbehandlung oder geschlechtsangleichende Operationen bekommen kannst, und zwar unabhängig vom Infektionsstadium.

Antiretrovirale Therapie und Hormone

Über die Wechselwirkungen zwischen einer antiretroviralen Therapie (ART) und einer Hormonbehandlung ist zum heutigen Zeitpunkt, vor allem bei trans Menschen, die Testosteron einnehmen, wenig bekannt. Allerdings weiss man, dass die antiretroviralen Medikamente den Hormonspiegel beeinflussen können. Dies gilt insbesondere für Östrogene.

Einige Therapien lassen den Hormonspiegel im Körper sinken, während andere Behandlungen dessen Anstieg zur Folge haben. Lass darum regelmässig deinen Hormonspiegel kontrollieren! Falls in Zusammenhang mit einer ART irgendeine Änderung auftritt, dann besprich mit deinem Arzt, ob die Hormontherapie angepasst (Erhöhung oder Verringerung der Dosis oder der Häufigkeit der Verabreichung) oder nach Möglichkeit auf eine andere antiretrovirale Behandlung umgestiegen werden muss.

Wenn du aus dem einen oder anderen Grund mit einer ART aufhörst oder die Medikamente nicht regelmässig nimmst, denke daran, dass der Hormonspiegel in deinem Körper möglicherweise stark erhöht ist. Ein hoher Hormonspiegel kann zu schwerwiegenden kardiovaskulären Komplikationen (Schlaganfall, Venenthrombosen) oder einer Lungenembolie führen. Es ist daher wichtig, dass deine Ärzt_in genau darüber Bescheid weiss, welche Hormone du in welcher Dosierung einnimmst (auch nicht rezeptpflichtige Mittel).

Ressourcen

Der Inhalt dieser Seite wurde in Zusammenarbeit mit dem Checkpoint Vaud und der Agnodice Foundation entwickelt.

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