Neue internationale Behandlungsstandards

Nach jahrelanger Vorarbeit von vielen Fachpersonen ist es soweit: Die World Professional Association
for Transgender Health (WPATH), die weltweite Vereinigung der Expert_innen für trans Gesundheit,
publizierte im September 2022 die neusten Behandlungsstandards, die Standards of Care Version 8
(kurz: SoC 8). Diese beruhen auf dem aktuellen Wissensstand der Medizin und zeigen
Gesundheitsfachpersonen auf, wie eine Behandlung von trans Personen sicher und wirksam gestaltet
wird. Das Ziel ist eine möglichst gute Gesundheit jeder trans Person, im Wissen, dass der Weg dazu
für jede_n anders aussieht. Auch Schweizer Ärzt_innen und Krankenkassen müssen sich daran
orientieren. Denn sie sind verpflichtet, gemäss dem aktuellen Wissensstand der Medizin zu handeln.

Wir freuen uns ganz besonders über diese achten Standards of Care, weil sie die Vielfalt innerhalb
der trans Community stärker als frühere Versionen berücksichtigen: Sie enthalten Erklärungen und
Empfehlungen zu Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, nicht binären Menschen,
intergeschlechtlichen Menschen, Eunuchen und Menschen, die in Institutionen leben. Je ein Kapitel
widmet sich den geschlechtsangleichenden Möglichkeiten der Hormontherapie, von Operationen
und Nachsorge, von Stimme und Kommunikation, der hausärztlichen Versorgung, der reproduktiven,
der sexuellen und der psychischen Gesundheit.

WPATH Standards of Care Version 8 (in Englisch)

Transtastic Discord Server

Der Transtastic Discord wurde von Amanda Künzle und Fabienne Lipski gegründet und finanziert.
Unsere Philosophie beim Erstellen ist es, einen Safe Space zu schaffen, wo
sich Menschen austauschen und vernetzen können.

Neben LGBQAI+ Themen haben wir auch Bereiche für Fun und Freizeit.

Sicherheit ist uns sehr wichtig.
Aus diesem Grund haben wir ein
3 Stufen Anmelde System eingeführt.

1.) Dem Discord Server beitreten.

2.) In einem privaten Ticket, wo nur die Admins und Mod sehen,
müssen sich die neuen Menschen mit einem aktuellen Bild vorstellen.

3.) Ein Admin oder Mod ladet dich in einem privaten Kanal für das 1to1 Gespräch ein, nach
der erfolgreichen Anmeldung hast du auf fast alle Bereiche Zugang.

Hast du Interesse, dem Discord Server beizutreten?
Scanne gleich den QR-Code oder nutze den Link: https://discord.gg/W3fBMmTv

Erster Bericht zur Istanbul-Konvention

Nach fast zweijähriger Untersuchung veröffentlichte GREVIO (Group of Experts on Action against Violence against Women and Domestic Violence) am 15. November 2022 den ersten Bericht zur Umsetzung der Massnahmen gegen geschlechtsbasierte und häusliche Gewalt, zu denen sich die Schweiz mit dem Unterzeichnen der Istanbul-Konvention 2018 verpflichtet hat. Die Expert_innen mussten bei ihrem Besuch in der Schweiz, in Gesprächen mit Behörden und Fachpersonen sowie aufgrund von Berichten aus der Zivilgesellschaft feststellen, dass massive Lücken in den Massnahmen gegen Gewalt bestehen und die Schweiz die Anforderungen der Istanbul-Konvention nicht erfüllt. Im Grundsatz bemängelt GREVIO wiederholt, dass die Schweiz erstens nicht genügend Geld und Personalressourcen gegen Gewalt zur Verfügung stellt, zweitens nicht alle Formen von Gewalt gemäss Istanbul-Konvention adressiert und drittens weiterhin bestimmte Betroffene von Gewalt diskriminiert und zu wenig schützt.

Für trans Menschen besonders wichtig sind die folgenden Forderungen / Empfehlungen von GREVIO:

  • Diskriminierungsfreie Umsetzung der ganzen Istanbul-Konvention: Die Schweiz soll spezifische Massnahmen ergreifen, um auch Gewalt gegen trans Menschen zu verhindern und zu bekämpfen.
  • Sensibilisierung von Strafverfolgungsbehörden, Gesundheitsfachpersonen, Opferhilfestellen und Mitarbeitenden von Schutzhäusern auch auf trans Menschen.
  • Regelmässige Studien zum Ausmass der Gewalt unter anderem gegen trans Menschen. Statistische Erfassung der Asylgesuche aufgrund geschlechtsbezogener Verfolgung.
  • Ausreichend Ressourcen für Fachorganisationen der Zivilgesellschaft zur Verfügung stellen.

    (basierend auf der Medienmitteilung des Netzwerk Istanbul-Konvention)
    GREVIO Baseline Evaluation Report (in Englisch)
    GREVIO Rapport d’évaluation de référence (in Französisch)

#BoycottQatar2022

WM: LGBTQ-Organisationen fordern Boykott

Queere Organisationen rufen zum Boykott der Fussball-Weltmeisterschaft in Katar auf. Die Menschenrechtslage im diesjährigen Austragungsort der WM ist äusserst problematisch. Homosexuelle Handlungen sind in Katar verboten. Queeren Menschen droht eine lange Haftstrafe oder sogar die Todesstrafe. Diese queerfeindliche Haltung zeigt auch ein Statement des WM-Botschafters Khalid Salman. Er bezeichnete kürzlich Schwulsein in einem Interview im ZDF als einen «geistigen Schaden». Wer die WM schaut, finanziert und unterstützt den Event und die Organisationen dahinter. Queere Organisationen rufen die Fans dazu auf, stattdessen lokale Spiele zu schauen oder selbst in die Fussballschuhe zu steigen.

Dieser Aufruf wird unterstützt von:

FLay – Verein für alle LGBTIQA+ Menschen in Liechtenstein
Lesben gegen rechts Schweiz
Otherside St.Gallen
Pink Cross
Queerfussball Ostschweiz
Queer Thurgau
sozialwerk.LGBT+ für queeres Leben
SP Queer Kanton St.Gallen
St.Gallen Pride
Transgender Network Switzerland

Adressen für Rückfragen:

Andreas Giger | St.Gallen Pride

Joel Müller | Queerfussball Ostschweiz

Link:

ZDFheute: Salman: Homosexualität „geistiger Schaden“

Transfeindlichkeit im Bundesrat

Anlässlich seiner Rücktrittsankündigung äusserte sich Bundesrat Ueli Maurer auf die Frage, ob er sich über eine Frau als seine Nachfolge freuen würde, unter anderem mit den Worten: „Solange es kein „Es“ ist, geht es ja noch“. Diese Aussage kann nur so verstanden werden, dass Bundesrat Maurer Personen, die nicht seiner Vorstellung von Frau und Mann entsprechen oder diesen Geschlechtern nicht angehören (nicht binäre Personen), jegliche Kompetenz für dieses Amt abspricht. Ein solch offener Ausdruck von Transfeindlichkeit von einem höchsten Regierungsvertreter ist absolut inakzeptabel. TGNS verurteilt diese Äusserung aufs Schärfste und verlangt eine Entschuldigung.

Fakt ist, dass trans und insbesondere auch nicht binäre Menschen in den Parlamenten und Regierungen extrem unter- respektive gar nicht repräsentiert sind: Bis heute wurde auf nationaler Ebene noch keine (geoutete) trans Person in ein politisches Amt gewählt. Wir erinnern Bundesrat Maurer daran, dass in der Schweiz seit 50 Jahren das Geschlecht kein Kriterium mehr ist, um ein politisches Amt bekleiden zu können. Dies gilt nicht nur für Frauen, sondern auch für nicht binäre Schweizer_innen. Vor wenigen Jahrzehnten wäre eine Aussage, wie die von Bundesrat Maurer, bezogen auf Frauen noch denkbar gewesen. Damals wie heute sind solche Bemerkungen der Nährboden für Hass in jeder Form. Sie dürfen deshalb gegenüber keiner Gruppe mehr salonfähig sein.

Die Verantwortung dafür liegt bei allen Mitgliedern der Gesellschaft. Es ist daher nicht nur zu tiefst besorgniserregend, dass ein Bundesrat eine solch feindliche Aussage macht, sondern auch bedenklich, dass darauf keine unmittelbare Reaktion oder Nachfrage der anwesenden Journalist_innen erfolgte. In einer vielfältigen Gesellschaft und einem demokratischen Land darf solche Hassrede weder wohlwollend als schlechter Witz abgetan, noch einfach überhört werden.

Wir erwarten von Bundesrat Maurer

  • eine Erklärung, wie seine Aussage zu verstehen ist in einer Demokratie, die auf einer diversen Gesellschaft basiert und Diskriminierung auch von trans Menschen per Verfassung untersagt;
  • eine Entschuldigung gegenüber allen Menschen, die er mit seiner Aussage verletzt hat.

Wir erwarten von Politiker_innen aller Parteien,

  • das Ausmass von Transfeindlichkeit endlich anzuerkennen und die dringend notwendigen Massnahmen dagegen zu ergreifen.

Trans Congress 2022 in Not

Hallo zusammen 

Wir vom Trans Congress OK stehen vor einem sehr grossen Problem.

Uns fehlen die notwendigen Anmeldungen, um den Congress durchführen zu können.

Momentan haben sich 35 Menschen für den Congress angemeldet.

Leider ist dies zu wenig, um die Fixkosten decken zu können.

Die Suche nach Sponsoren war leider auch nicht erfolgreich.

Spätestens am Mittwoch müssen wir eine Entscheidung fällen.

Daher bitten wir alle Menschen, die gerne an den Congress kommen möchten, sich bis spätestens Dienstag 27.09 anzumelden.

Lieber Gruss

Das Trans Congress OK Team

www.transcongress.tgns.ch

INKLUSIVES BAUEN IN BERN

Die Stadt Bern hat ein sehr gutes neues Merkblatt für den Bau, die Ausstattung unddie Beschriftung von WCs, Garderoben, Duschen und Still-/Abpumpräumen erarbeitet. Neben den getrennten Bereichen für Mädchen und Jungen respektive Frauen und Männer soll es auch WCs, Garderoben und Duschen für Menschen aller Geschlechter geben. Diese werden als „universal“ bezeichnet.

Das Merkblatt bezieht aber auch die Bedürfnisse verschiedener anderer Gruppen ein, zum Beispiel Menschen mit verschiedenen Behinderungen, Begleitpersonen, Gläubige oder stillende Eltern. So ist eine nützliche, durchdachte Sammlung entstanden, die unterschiedliche Gegebenheiten aufzeigt und viele Lösungsmöglichkeiten anbietet. Verschiedene Piktogramme erleichtern das Auffinden dieser Räume.
Merkblatt Ausstattung

Zürich schreibt inklusiv

Die Stadt Zürich gibt sich ein neues Sprachreglement, um nicht binäre Menschen in den Texten der Stadtverwaltung sichtbar zu machen. Als Grundsatz legt das revidierte Sprachreglement fest, dass Personen aller Geschlechter sprachlich gleichberechtigt behandelt werden. Dazu wird der Genderstern neu eingeführt. Wir sind sehr erfreut, hat sich der Stadtrat für den Genderstern und damit für ein typographisches Zeichen, das auch in der Community beliebt ist, entschieden.

Dank dem neuen Reglement werden auch nicht binäre Einzelpersonen von der Stadtverwaltung korrekt angeschrieben werden und in Formularen sollen nicht binäre Optionen eingeführt werden. Der Genderstern oder eine geschlechtsneutrale Bezeichnung kommt aber auch dann zum Einsatz, wenn mit einem Text Personen verschiedener Geschlechter gemeint sind oder wenn von einer Person die von ihr erwünschte geschlechtsbezogene Bezeichnung nicht bekannt ist. Von diesem Grundsatz kann nur in den Fällen, die das Reglement aufzählt, abgewichen werden. Zum Beispiel wenn gesetzlich definierte Berufsbezeichnungen übernommen werden oder wenn die Umsetzung nur mit einer grossen Umprogrammierung einer IT-Applikation möglich wäre, dann kann auf binäre Formen ausgewichen werden. In bestimmten juristischen Texten wird der Genderstern auch nicht verwendet werden.

Nationaler Aktionsplan gegen Hate Crimes

Der Nationalrat hat am 1. Juni 2022 mit 105 zu 64 Stimmen (bei 16 Enthaltungen) ein Postulat für einen nationalen Aktionsplan gegen LGBTQ-feindliche Hate Crimes angenommen. Der Bundesrat hat nun den Auftrag, zusammen mit den Kantonen und Gemeinden einen umfassenden Aktionsplan mit Massnahmen gegen Hasstaten auszuarbeiten und umzusetzen. Zu den Massnahmen gehören neben einer besseren Unterstützung und einem wirksamen Schutz von Betroffenen auch solche gegen Gewalt und LGBTQ-feindliche Einstellungen sowie Täter_innen-Arbeit.

Hate Crime Bericht

Medienmitteilung von Transgender Network Switzerland (TGNS), Lesbenorganisation Schweiz (LOS) und Pink Cross

Zum IDAHOBIT, dem Internationalen Tag gegen LGBTI-Feindlichkeit, veröffentlichen TGNS, LOS und Pink Cross den neusten Hate Crime Bericht. Er zeigt: Die Abstimmung über die “Ehe für alle” brachte insbesondere lesbischen, bisexuellen und schwulen Personen mehr Sichtbarkeit, aber nicht mehr Sicherheit für die queere Community. Im Jahr 2021 verzeichnete die LGBT+ Helpline 92 Meldungen von LGBTQ-feindlichen Hate Crimes – 50% mehr als im Vorjahr. Insbesondere die Zahl an transfeindlichen Übergriffen ist gegenüber den Vorjahren stark gestiegen. Und doch bildet der Hate Crime Bericht nur die Spitze des Eisbergs ab: Die Forderung der LGBT-Dachverbände nach einer nationalen Erfassung ist aktueller denn je. 

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