Ohrfeige des Bundesrates gegen nicht binäre Menschen

Heute publizierte der Bundesrat einen vor vier Jahren vom Nationalrat geforderten Bericht über die rechtliche Anerkennung von nicht binären Menschen. Diese lehnt er rundweg ab. Damit demonstriert der Bundesrat vor allem seine eigene feindliche Einstellung gegenüber nicht binären Menschen. TGNS ist so entsetzt wie besorgt über diese offen diskriminierende Haltung des Bundesrates und fordert alle politischen Akteur_innen auf, sich für die Menschenrechte nicht binärer Menschen stark zu machen.

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Ständerat gegen explizite Sprachdiskriminierung

Am 14. Dezember 2022 hat der Ständerat eine Motion von Nationalrat Roduit (Die Mitte) abgelehnt, die offensichtlich trans und vor allem nicht binäre Menschen sprachlich diskriminieren wollte: In den Texten des Bundes, so die Forderung, hätte die Verwendung von inklusiver oder geschlechtergerechter Sprache, die nicht den Vorgaben der Académie française entspricht, verboten werden sollen. Die Forderung zielte offen auf inklusive Schreibweisen, die nicht binäre Menschen sichtbar machen, wie den Gender-Gap usw. Der Bundesrat sprach sich dagegen aus, der Nationalrat jedoch dafür. Es ist entsprechend erfreulich, handelte der Ständerat vernünftig mit der Ablehnung der Motion.

Zur Motion

„Konversionsmassnahmen“ verbieten

Medienmitteilung von TGNS, LOS, Pink Cross, Network, Dachverband Regenbogenfamilien und Wybernet

Der Nationalrat hat am 12. Dezember 2022 mit 143 zu 37 Stimmen (11 Enthaltungen) die Motion seiner Rechtskommission angenommen, welche ein nationales Verbot von Konversionsmassnahmen an LGBTQ+ Personen fordert. Unter dem Begriff Konversionsmassnahmen, oder „Konversionstherapien“, werden diverse Praktiken zusammengefasst, die darauf abzielen, die sexuelle Orientierung, die Geschlechtsidentität und/oder den Geschlechtsausdruck einer Person zu verändern mit dem Ziel, dass diese einer heterosexuellen cisgender Normvorstellung entsprechen.

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Neue Gesundheitsstudie

Am 9. Dezember 2022 veröffentlichte der Bundesrat einen Bericht über die Gesundheit von LGBT-Personen. Dieser basiert auf einer Forschungsarbeit der Fachhochschule Luzern und ist die Antwort auf ein 2019 von Nationalrätin Samira Marti eingereichtes Postulat, in dem gefordert wurde, Bereiche zu identifizieren, in denen LGB-Personen eine schlechtere Gesundheitssituation aufweisen als die übrige Bevölkerung und in denen daher Massnahmen notwendig wären. Der Bericht zeigt, dass es tatsächlich zahlreiche gesundheitliche Ungleichheiten zwischen LGBT-Personen und heterosexuellen cis Personen gibt, insbesondere in den Bereichen psychische Gesundheit, sexuelle Gesundheit, Substanzkonsum und Zugang zur Gesundheitsversorgung.

TGNS war als Mitglied der Begleitgruppe dieser Zusatzerhebung an der Entwicklung des Fragebogens und seiner Verteilung beteiligt und konnte zu einer vorläufigen Version des Berichts Stellung nehmen.

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Neue internationale Behandlungsstandards

Nach jahrelanger Vorarbeit von vielen Fachpersonen ist es soweit: Die World Professional Association for Transgender Health (WPATH), die weltweite Vereinigung der Expert_innen für trans Gesundheit, publizierte im September 2022 die neusten Behandlungsstandards, die Standards of Care Version 8 (kurz: SoC 8). Diese beruhen auf dem aktuellen Wissensstand der Medizin und zeigen Gesundheitsfachpersonen auf, wie eine Behandlung von trans Personen sicher und wirksam gestaltet wird. Das Ziel ist eine möglichst gute Gesundheit jeder trans Person, im Wissen, dass der Weg dazu für jede_n anders aussieht. Auch Schweizer Ärzt_innen und Krankenkassen sollten sich daran orientieren. Denn sie sind verpflichtet, gemäss dem aktuellen Wissensstand der Medizin zu handeln.

Wir freuen uns ganz besonders über diese achten Standards of Care, weil sie die Vielfalt innerhalb der trans Community stärker als frühere Versionen berücksichtigen: Sie enthalten Erklärungen und Empfehlungen zu Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, nicht binären Menschen, intergeschlechtlichen Menschen, und Menschen, die in Institutionen leben. InterAction Schweiz hatte sich zusammen mit anderen Vereinigungen intergeschlechtlicher Menschen aus der ganzen Welt in einer Stellungnahme gegen die Aufnahme des Kapitels 10 über Intergeschlechtlichkeit in WPATH8 ausgesprochen. Dies wurde leider ignoriert. Je ein Kapitel widmet sich den geschlechtsangleichenden Möglichkeiten der Hormontherapie, von Operationen und Nachsorge, von Stimme und Kommunikation, der hausärztlichen Versorgung, der reproduktiven, der sexuellen und der psychischen Gesundheit.

WPATH Standards of Care Version 8 (in Englisch)

Transtastic Discord Server

Der Transtastic Discord wurde von Amanda Künzle und Fabienne Lipski gegründet und finanziert.
Unsere Philosophie beim Erstellen ist es, einen Safe Space zu schaffen, wo
sich Menschen austauschen und vernetzen können.

Neben LGBQAI+ Themen haben wir auch Bereiche für Fun und Freizeit.

Sicherheit ist uns sehr wichtig.
Aus diesem Grund haben wir ein
3 Stufen Anmelde System eingeführt.

1.) Dem Discord Server beitreten.

2.) In einem privaten Ticket, wo nur die Admins und Mod sehen,
müssen sich die neuen Menschen mit einem aktuellen Bild vorstellen.

3.) Ein Admin oder Mod ladet dich in einem privaten Kanal für das 1to1 Gespräch ein, nach
der erfolgreichen Anmeldung hast du auf fast alle Bereiche Zugang.

Hast du Interesse, dem Discord Server beizutreten?
Scanne gleich den QR-Code oder nutze den Link: https://discord.gg/W3fBMmTv

Erster Bericht zur Istanbul-Konvention

Nach fast zweijähriger Untersuchung veröffentlichte GREVIO (Group of Experts on Action against Violence against Women and Domestic Violence) am 15. November 2022 den ersten Bericht zur Umsetzung der Massnahmen gegen geschlechtsbasierte und häusliche Gewalt, zu denen sich die Schweiz mit dem Unterzeichnen der Istanbul-Konvention 2018 verpflichtet hat. Die Expert_innen mussten bei ihrem Besuch in der Schweiz, in Gesprächen mit Behörden und Fachpersonen sowie aufgrund von Berichten aus der Zivilgesellschaft feststellen, dass massive Lücken in den Massnahmen gegen Gewalt bestehen und die Schweiz die Anforderungen der Istanbul-Konvention nicht erfüllt. Im Grundsatz bemängelt GREVIO wiederholt, dass die Schweiz erstens nicht genügend Geld und Personalressourcen gegen Gewalt zur Verfügung stellt, zweitens nicht alle Formen von Gewalt gemäss Istanbul-Konvention adressiert und drittens weiterhin bestimmte Betroffene von Gewalt diskriminiert und zu wenig schützt.

Für trans Menschen besonders wichtig sind die folgenden Forderungen / Empfehlungen von GREVIO:

  • Diskriminierungsfreie Umsetzung der ganzen Istanbul-Konvention: Die Schweiz soll spezifische Massnahmen ergreifen, um auch Gewalt gegen trans Menschen zu verhindern und zu bekämpfen.
  • Sensibilisierung von Strafverfolgungsbehörden, Gesundheitsfachpersonen, Opferhilfestellen und Mitarbeitenden von Schutzhäusern auch auf trans Menschen.
  • Regelmässige Studien zum Ausmass der Gewalt unter anderem gegen trans Menschen. Statistische Erfassung der Asylgesuche aufgrund geschlechtsbezogener Verfolgung.
  • Ausreichend Ressourcen für Fachorganisationen der Zivilgesellschaft zur Verfügung stellen.

    (basierend auf der Medienmitteilung des Netzwerk Istanbul-Konvention)
    GREVIO Baseline Evaluation Report (in Englisch)
    GREVIO Rapport d’évaluation de référence (in Französisch)

#BoycottQatar2022

WM: LGBTQ-Organisationen fordern Boykott

Queere Organisationen rufen zum Boykott der Fussball-Weltmeisterschaft in Katar auf. Die Menschenrechtslage im diesjährigen Austragungsort der WM ist äusserst problematisch. Homosexuelle Handlungen sind in Katar verboten. Queeren Menschen droht eine lange Haftstrafe oder sogar die Todesstrafe. Diese queerfeindliche Haltung zeigt auch ein Statement des WM-Botschafters Khalid Salman. Er bezeichnete kürzlich Schwulsein in einem Interview im ZDF als einen «geistigen Schaden». Wer die WM schaut, finanziert und unterstützt den Event und die Organisationen dahinter. Queere Organisationen rufen die Fans dazu auf, stattdessen lokale Spiele zu schauen oder selbst in die Fussballschuhe zu steigen.

Dieser Aufruf wird unterstützt von:

FLay – Verein für alle LGBTIQA+ Menschen in Liechtenstein
Lesben gegen rechts Schweiz
Otherside St.Gallen
Pink Cross
Queerfussball Ostschweiz
Queer Thurgau
sozialwerk.LGBT+ für queeres Leben
SP Queer Kanton St.Gallen
St.Gallen Pride
Transgender Network Switzerland

Adressen für Rückfragen:

Andreas Giger | St.Gallen Pride

Joel Müller | Queerfussball Ostschweiz

Link:

ZDFheute: Salman: Homosexualität „geistiger Schaden“

Transfeindlichkeit im Bundesrat

Anlässlich seiner Rücktrittsankündigung äusserte sich Bundesrat Ueli Maurer auf die Frage, ob er sich über eine Frau als seine Nachfolge freuen würde, unter anderem mit den Worten: „Solange es kein „Es“ ist, geht es ja noch“. Diese Aussage kann nur so verstanden werden, dass Bundesrat Maurer Personen, die nicht seiner Vorstellung von Frau und Mann entsprechen oder diesen Geschlechtern nicht angehören (nicht binäre Personen), jegliche Kompetenz für dieses Amt abspricht. Ein solch offener Ausdruck von Transfeindlichkeit von einem höchsten Regierungsvertreter ist absolut inakzeptabel. TGNS verurteilt diese Äusserung aufs Schärfste und verlangt eine Entschuldigung.

Fakt ist, dass trans und insbesondere auch nicht binäre Menschen in den Parlamenten und Regierungen extrem unter- respektive gar nicht repräsentiert sind: Bis heute wurde auf nationaler Ebene noch keine (geoutete) trans Person in ein politisches Amt gewählt. Wir erinnern Bundesrat Maurer daran, dass in der Schweiz seit 50 Jahren das Geschlecht kein Kriterium mehr ist, um ein politisches Amt bekleiden zu können. Dies gilt nicht nur für Frauen, sondern auch für nicht binäre Schweizer_innen. Vor wenigen Jahrzehnten wäre eine Aussage, wie die von Bundesrat Maurer, bezogen auf Frauen noch denkbar gewesen. Damals wie heute sind solche Bemerkungen der Nährboden für Hass in jeder Form. Sie dürfen deshalb gegenüber keiner Gruppe mehr salonfähig sein.

Die Verantwortung dafür liegt bei allen Mitgliedern der Gesellschaft. Es ist daher nicht nur zu tiefst besorgniserregend, dass ein Bundesrat eine solch feindliche Aussage macht, sondern auch bedenklich, dass darauf keine unmittelbare Reaktion oder Nachfrage der anwesenden Journalist_innen erfolgte. In einer vielfältigen Gesellschaft und einem demokratischen Land darf solche Hassrede weder wohlwollend als schlechter Witz abgetan, noch einfach überhört werden.

Wir erwarten von Bundesrat Maurer

  • eine Erklärung, wie seine Aussage zu verstehen ist in einer Demokratie, die auf einer diversen Gesellschaft basiert und Diskriminierung auch von trans Menschen per Verfassung untersagt;
  • eine Entschuldigung gegenüber allen Menschen, die er mit seiner Aussage verletzt hat.

Wir erwarten von Politiker_innen aller Parteien,

  • das Ausmass von Transfeindlichkeit endlich anzuerkennen und die dringend notwendigen Massnahmen dagegen zu ergreifen.

Trans Congress 2022 in Not

Hallo zusammen 

Wir vom Trans Congress OK stehen vor einem sehr grossen Problem.

Uns fehlen die notwendigen Anmeldungen, um den Congress durchführen zu können.

Momentan haben sich 35 Menschen für den Congress angemeldet.

Leider ist dies zu wenig, um die Fixkosten decken zu können.

Die Suche nach Sponsoren war leider auch nicht erfolgreich.

Spätestens am Mittwoch müssen wir eine Entscheidung fällen.

Daher bitten wir alle Menschen, die gerne an den Congress kommen möchten, sich bis spätestens Dienstag 27.09 anzumelden.

Lieber Gruss

Das Trans Congress OK Team

www.transcongress.tgns.ch