Transfeindlichkeit im Bundesrat

Anlässlich seiner Rücktrittsankündigung äusserte sich Bundesrat Ueli Maurer auf die Frage, ob er sich über eine Frau als seine Nachfolge freuen würde, unter anderem mit den Worten: „Solange es kein „Es“ ist, geht es ja noch“. Diese Aussage kann nur so verstanden werden, dass Bundesrat Maurer Personen, die nicht seiner Vorstellung von Frau und Mann entsprechen oder diesen Geschlechtern nicht angehören (nicht binäre Personen), jegliche Kompetenz für dieses Amt abspricht. Ein solch offener Ausdruck von Transfeindlichkeit von einem höchsten Regierungsvertreter ist absolut inakzeptabel. TGNS verurteilt diese Äusserung aufs Schärfste und verlangt eine Entschuldigung.

Fakt ist, dass trans und insbesondere auch nicht binäre Menschen in den Parlamenten und Regierungen extrem unter- respektive gar nicht repräsentiert sind: Bis heute wurde auf nationaler Ebene noch keine (geoutete) trans Person in ein politisches Amt gewählt. Wir erinnern Bundesrat Maurer daran, dass in der Schweiz seit 50 Jahren das Geschlecht kein Kriterium mehr ist, um ein politisches Amt bekleiden zu können. Dies gilt nicht nur für Frauen, sondern auch für nicht binäre Schweizer_innen. Vor wenigen Jahrzehnten wäre eine Aussage, wie die von Bundesrat Maurer, bezogen auf Frauen noch denkbar gewesen. Damals wie heute sind solche Bemerkungen der Nährboden für Hass in jeder Form. Sie dürfen deshalb gegenüber keiner Gruppe mehr salonfähig sein.

Die Verantwortung dafür liegt bei allen Mitgliedern der Gesellschaft. Es ist daher nicht nur zu tiefst besorgniserregend, dass ein Bundesrat eine solch feindliche Aussage macht, sondern auch bedenklich, dass darauf keine unmittelbare Reaktion oder Nachfrage der anwesenden Journalist_innen erfolgte. In einer vielfältigen Gesellschaft und einem demokratischen Land darf solche Hassrede weder wohlwollend als schlechter Witz abgetan, noch einfach überhört werden.

Wir erwarten von Bundesrat Maurer

  • eine Erklärung, wie seine Aussage zu verstehen ist in einer Demokratie, die auf einer diversen Gesellschaft basiert und Diskriminierung auch von trans Menschen per Verfassung untersagt;
  • eine Entschuldigung gegenüber allen Menschen, die er mit seiner Aussage verletzt hat.

Wir erwarten von Politiker_innen aller Parteien,

  • das Ausmass von Transfeindlichkeit endlich anzuerkennen und die dringend notwendigen Massnahmen dagegen zu ergreifen.

Trans Congress 2022 in Not

Hallo zusammen 

Wir vom Trans Congress OK stehen vor einem sehr grossen Problem.

Uns fehlen die notwendigen Anmeldungen, um den Congress durchführen zu können.

Momentan haben sich 35 Menschen für den Congress angemeldet.

Leider ist dies zu wenig, um die Fixkosten decken zu können.

Die Suche nach Sponsoren war leider auch nicht erfolgreich.

Spätestens am Mittwoch müssen wir eine Entscheidung fällen.

Daher bitten wir alle Menschen, die gerne an den Congress kommen möchten, sich bis spätestens Dienstag 27.09 anzumelden.

Lieber Gruss

Das Trans Congress OK Team

www.transcongress.tgns.ch

INKLUSIVES BAUEN IN BERN

Die Stadt Bern hat ein sehr gutes neues Merkblatt für den Bau, die Ausstattung unddie Beschriftung von WCs, Garderoben, Duschen und Still-/Abpumpräumen erarbeitet. Neben den getrennten Bereichen für Mädchen und Jungen respektive Frauen und Männer soll es auch WCs, Garderoben und Duschen für Menschen aller Geschlechter geben. Diese werden als „universal“ bezeichnet.

Das Merkblatt bezieht aber auch die Bedürfnisse verschiedener anderer Gruppen ein, zum Beispiel Menschen mit verschiedenen Behinderungen, Begleitpersonen, Gläubige oder stillende Eltern. So ist eine nützliche, durchdachte Sammlung entstanden, die unterschiedliche Gegebenheiten aufzeigt und viele Lösungsmöglichkeiten anbietet. Verschiedene Piktogramme erleichtern das Auffinden dieser Räume.
Merkblatt Ausstattung

Zürich schreibt inklusiv

Die Stadt Zürich gibt sich ein neues Sprachreglement, um nicht binäre Menschen in den Texten der Stadtverwaltung sichtbar zu machen. Als Grundsatz legt das revidierte Sprachreglement fest, dass Personen aller Geschlechter sprachlich gleichberechtigt behandelt werden. Dazu wird der Genderstern neu eingeführt. Wir sind sehr erfreut, hat sich der Stadtrat für den Genderstern und damit für ein typographisches Zeichen, das auch in der Community beliebt ist, entschieden.

Dank dem neuen Reglement werden auch nicht binäre Einzelpersonen von der Stadtverwaltung korrekt angeschrieben werden und in Formularen sollen nicht binäre Optionen eingeführt werden. Der Genderstern oder eine geschlechtsneutrale Bezeichnung kommt aber auch dann zum Einsatz, wenn mit einem Text Personen verschiedener Geschlechter gemeint sind oder wenn von einer Person die von ihr erwünschte geschlechtsbezogene Bezeichnung nicht bekannt ist. Von diesem Grundsatz kann nur in den Fällen, die das Reglement aufzählt, abgewichen werden. Zum Beispiel wenn gesetzlich definierte Berufsbezeichnungen übernommen werden oder wenn die Umsetzung nur mit einer grossen Umprogrammierung einer IT-Applikation möglich wäre, dann kann auf binäre Formen ausgewichen werden. In bestimmten juristischen Texten wird der Genderstern auch nicht verwendet werden.

Nationaler Aktionsplan gegen Hate Crimes

Der Nationalrat hat am 1. Juni 2022 mit 105 zu 64 Stimmen (bei 16 Enthaltungen) ein Postulat für einen nationalen Aktionsplan gegen LGBTQ-feindliche Hate Crimes angenommen. Der Bundesrat hat nun den Auftrag, zusammen mit den Kantonen und Gemeinden einen umfassenden Aktionsplan mit Massnahmen gegen Hasstaten auszuarbeiten und umzusetzen. Zu den Massnahmen gehören neben einer besseren Unterstützung und einem wirksamen Schutz von Betroffenen auch solche gegen Gewalt und LGBTQ-feindliche Einstellungen sowie Täter_innen-Arbeit.

Hate Crime Bericht

Medienmitteilung von Transgender Network Switzerland (TGNS), Lesbenorganisation Schweiz (LOS) und Pink Cross

Zum IDAHOBIT, dem Internationalen Tag gegen LGBTI-Feindlichkeit, veröffentlichen TGNS, LOS und Pink Cross den neusten Hate Crime Bericht. Er zeigt: Die Abstimmung über die “Ehe für alle” brachte insbesondere lesbischen, bisexuellen und schwulen Personen mehr Sichtbarkeit, aber nicht mehr Sicherheit für die queere Community. Im Jahr 2021 verzeichnete die LGBT+ Helpline 92 Meldungen von LGBTQ-feindlichen Hate Crimes – 50% mehr als im Vorjahr. Insbesondere die Zahl an transfeindlichen Übergriffen ist gegenüber den Vorjahren stark gestiegen. Und doch bildet der Hate Crime Bericht nur die Spitze des Eisbergs ab: Die Forderung der LGBT-Dachverbände nach einer nationalen Erfassung ist aktueller denn je. 

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TRANS-BERATUNGSSTELLE IN BERN

Raphaël Guillet leitet seit 1. Februar die Trans-Beratung am Checkpoint Bern. Der gebürtige Lausanner stellt sich vor.

Das Thema Geschlechtsidentität begleitet mich persönlich und beruflich seit mehreren Jahren. Persönlich, weil ich mich selber als trans Mann definiere. Beruflich, weil ich als Sozialpädagoge regelmässig Inputs, Weiterbildungen und Workshops zum Thema LGBTIQ* konzipiere und leite. Im Dezember werde ich eine Ausbildung als Fachperson sexuelle Gesundheit abschliessen – auch dabei habe ich wertvolles Wissen und praxisorientierte Kompetenzen in diesem Bereich erworben.

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Medienkritik: «Gredig direkt»

Am 31. März 2022 war die deutsche Autorin Alice Schwarzer bei der SRF Sendung «Gredig direkt» zu Gast, um ihr neues Buch über den angeblichen trans Hype zu bewerben. Auch wenn der Moderator mitunter Anläufe nahm, ihrer Polemik entgegenzusteuern, blieb das Ganze doch sehr frustrierend und irreführend mit vielen Fehlinformationen und unbelegten, unwidersprochenen transfeindlichen Behauptungen Im Folgenden könnt ihr die ausführliche Rückmeldung nachlesen, die wir der Redaktion geschickt haben. Wir halten euch bezüglich Updates und Reaktionen auf dem Laufenden!

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10 Jahre Fachstelle für trans Menschen und ein Abschied

Zehn Jahre hat Hannes Rudolph die Fachstelle für trans Menschen geleitet und gestaltet. Nun hört er auf, um sich neuen Dingen zuzuwenden. Er sagt der Community «Danke!».

TGNS und Checkpoint Zürich schreiben die Stelle aus.

von Hannes Rudolph, Leiter der Fachstelle für trans Menschen in Zürich

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Was gilt? LGBTI – Meine Rechte (Update Januar 2022)

LGBTI-Menschen stellen sich im Alltag immer wieder rechtliche Fragen. Eine grossartige neue Broschüre, herausgegeben von der Law Clinic der Universität Genf, der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Bern und der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich, hilft nun mit vielen Antworten weiter!

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