Seit mehreren Jahren versuchen Politiker*innen aus den Reihen verschiedener Parteien die Zugänge für trans Menschen im Gesundheitssystem einzuschränken, angefangen bei der fehlenden Finanzierung nötiger Betreuungsangebote hin zu Forderungen nach Verboten für wissenschaftlich fundierte medizinische Angebote.
Auch im Kanton Bern werden solche Forderungen immer wieder gestellt: letzten Sommer unterstützte Regierungsrat Schnegg die Forderung nach einem Verbot von geschlechtsangleichenden Massnahmen für trans Jugendliche und im Januar äusserte sich Regierungsrat Müller in einem Interview erneut abschätzig über Forderungen nach Geschlechtergerechtigkeit. Der Grosse Rat hat im Dezember 2023 zwar in einer Motion mehr Mittel für Betreuungsangebote für trans Kinder und Jugendliche gesprochen, dabei hat eine rechte Mehrheit aber ebenfalls einem Verbot von geschlechtsangleichenden Massnahmen zugestimmt.
Statt faktenorientierte Politik zu betreiben, die nötige Betreuungsangebote für trans Personen und ihre Angehörige zur Verfügung zu stellen und mit Fachpersonen und Vereinen konstruktiv zusammenzuarbeiten, herrscht in der Berner Politik Polemik und Populismus vor. Dies muss sich ändern! Der Nationalrat forderte diese Woche eine systematische und landesweite Aufklärung der Versorgungslage, um diese zu verbessern. Und es ist an der Zeit, dass der Kanton Bern seinen Beitrag ebenfalls leistet.




