Trans Stimmen zum Internationalen Frauentag 2018

Nur zu oft ist die Rede davon, wie gut wir es als Frauen in der Schweiz im Jahr 2018 doch haben. Und natürlich können wir froh sein über die Kämpfe, die wir nicht mehr führen müssen, und über die Rechte und Pflichten, die andere für uns errungen haben. Gerade dafür ist die historische Entstehung des Frauentags eine gute Erinnerung. Aber nur zu häufig dient der Verweis auf die Vergangenheit als Mittel, aktuellen Forderungen die Relevanz abzusprechen.

Auch den Frauen, die das Wahlrecht oder andere Neuerungen erkämpft haben, wurde immer wieder vorgehalten, wie gut es ihnen doch gehe und dass Änderungen unnötig seien. Wir dürfen uns daher nicht lähmen lassen von der Dankbarkeit, die wir empfinden, wenn wir mit Horrorszenarien von anderen Zeiten oder Orten konfrontiert werden. Unsere Arbeit konfrontiert uns immer wieder damit, wie tief die Gräben in unserer Gesellschaft sind, wie viel noch getan werden muss, besonders für die Sache der Frauen.

Nur mit gegenseitiger Achtung und aktiv solidarischem Aktivismus können wir die Lage für alle nachhaltig verbessern.

Nicht vergessen: Gerade an diesem Tag sollten wir uns ebenfalls daran erinnern, dass auch viele non-binäre Menschen vor dem Gesetz als Frauen gelten, da wir noch immer keinen dritten amtlichen Geschlechtseintrag haben. Diese Menschen sind ebenfalls von struktureller Diskriminierung betroffen und sollten selbstverständlich mitgedacht und gestärkt werden.

„Der Weltfrauentag ist für mich wichtig, weil ich mich Tag für Tag dafür einsetze, dass Frauen dieselben Rechte, Privilegien und dieselbe Anerkennung bekommen, wie Männer sie scheinbar selbstverständlich erhalten. Dass mich die Gesellschaft früher als Mann gelesen hat, hat mich dafür sensibilisiert, mit was für Schwierigkeiten sich auch Männer konfrontiert sehen.

Aber noch immer ist die Lage für Frauen deutlich prekärer, auch wenn schon viel erreicht wurde. Besonders gefährdet und diskriminiert sind trans Frauen. Zwar konnten in den letzten Jahren zahlreiche Verbesserungen durchgesetzt werden, aber es bleiben viele Hindernisse bis zur gesellschaftlichen Gleichstellungen. Nur mit Solidarität und gegenseitiger Rücksichtsnahme kann es uns gelingen, allen Frauen ein besseres, sicheres und gleichberechtigtes Leben zu verschaffen.“

Stefanie Hetjens, Co-Präsidentin TGNS

„Ich bin Frau und deshalb bin ich aktivistisch auch aktiv. Der 8. März ist darum auch ein wichtiger Tag für mich als transidente Frau. Es gibt gesellschaftliche Benachteiligungen, die wir als Frauen alle gemeinsam haben. Die Vernetzung sollte gefördert werden, da wir alle für Gleichstellung kämpfen.“

Domenica Priore, Co-Präsidentin LOS, Teil des Kollektivs aktivistin.ch

„Oft wurde mir unterschwellig vermittelt, meine Gefühle seien falsch, meine Worte zählten nicht und was ich mache, sei weniger wert. Bis ich es selber glaubte. – Als trans Menschen und als Frauen machen wir ähnliche Erfahrungen. Doch gemeinsam können wir uns bestärken und wehren. Darum geht es für mich am 8. März.“

Esther Brunner, Queer-feministische Aktivistin und Autorin auf be-queer.ch

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