Transgender Europe (TGEU) veröffentlicht den jährlichen Überblick zu Transrechten in Europa

Berlin, 11.5.2015 – Zum internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie (IDAHOT) hat Transgender Europe eine Karte und einen Index zur Situation der Transrechte in Europa herausgegeben.

TGEU map

In 23 europäischen Ländern wird für die Änderung des amtlichen Geschlechts von Transmenschen der Nachweis geschlechtsangleichender Operationen und/oder Sterilisation verlangt. Dies gilt auch für weite Teile der Schweiz, zumindest müssen medizinische Massnahmen wie Hormoneinnahme nachgewiesen werden. Das bedeutet, dass Transmenschen, die, aus welchen Gründen auch immer, keine Hormone und keine Operationen anstreben, die Änderung des Geschlechtseintrags verweigert wird.

Und noch immer gibt es einige Länder in Europa, in denen es Transmenschen gar nicht möglich ist, den Namen und das amtlichem Geschlecht zu ändern. Das führt zu Diskriminierungen und hohen persönlichen Belastungen, wenn das amtliche Geschlecht nicht dem Gelebten entspricht. Nur Malta und Dänemark erlauben eine Änderung, die allein auf der Selbstdeklaration der Transperson basiert.

Der Bundesrates hat zwar jüngst die Absichtserklärung von Valletta unterzeichnet, nach der die Selbstbestimmung von Transpersonen zur Änderung des Geschlechtseintrags im Fokus steht. Wann und wie diese Absicht aber in die Praxis umgesetzt wird, bleibt noch abzuwarten. Die Karte und der Index zeigen aber, dass die Schweiz in Fragen des Asylrechts, bei der Verfolgung von Hassreden und Hassverbrechen und in einer allgemeinen Anti-Diskriminierungsgesetzgebung in Bezug auf Transmenschen, aber auch Lesben und Schwule schlecht dasteht. Allein das Gleichstellungsgesetz schützt Transpersonen vor Diskriminierung im Arbeitsleben.

Fazit: Gerade die schwache Gesetzgebung und Rechtspraxis in der Schweiz rund um den Schutz der Geschlechtsidentität und die Änderung des amtlichen Geschlechts ist ein Punkt, wo es ein sehr grosses Verbesserungspotenzial gibt. Dies hat auch ILGA Europe, die europäische Organisation für LGBTI-Personen, in der neuen Rainbowmap und ihrem Länderbericht festgestellt. Hier rangiert die Schweiz nur auf Platz 31 von 49, was die Rechte von Transmenschen, Intersexuellen, Bisexuellen,Lesben und Schwulen angeht…

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